Die Vorteile der DCF-Methode bei der Bewertung von KMU
Bei der Bewertung von KMU greifen viele Berater schnell zu einer Multiple-Methode: schnell, erkennbar und einfach zu erklären. Doch gerade bei KMU, wo sich Unternehmen untereinander stark unterscheiden können, bietet die Discounted-Cashflow-Methode (DCF) oft ein vollständigeres und fundierteres Bild. Für Sie als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Finanzberater ist es wichtig zu wissen, wann und warum diese Methode einen Mehrwert bietet.
1. Die DCF-Methode blickt nach vorne, nicht zurück
Während eine Multiplikatormethode auf historischen Transaktionen anderer Unternehmen basiert, setzt die DCF-Methode bei den künftigen Cashflows des Unternehmens selbst an. Für ein KMU mit konkreten Wachstumsplänen, einer neuen Produktlinie oder einem sich ändernden Geschäftsmodell ist das ein großer Vorteil: Die Bewertung orientiert sich daran, was das Unternehmen tatsächlich verdienen wird, und nicht daran, was vergleichbare Unternehmen in der Vergangenheit erzielt haben.
2. Unternehmensspezifische Risiken werden berücksichtigt
Bei der DCF-Methode fließt das Risikoprofil des Unternehmens direkt in den Abzinsungssatz ein. Die Abhängigkeit vom Eigentümer, ein konzentrierter Kundenstamm oder eine anfällige Marktposition: All dies sind Faktoren, die Sie explizit berücksichtigen können. Das macht das Ergebnis individueller und besser vertretbar als ein generischer Branchenmultiplikator, der solche Nuancen schlichtweg nicht erfassen kann.
3. Einblick in die wertbestimmenden Faktoren
Eine DCF-Berechnung zwingt Sie dazu, das Geschäftsmodell des Unternehmens gründlich zu durchdringen: Umsatzwachstum, Margenentwicklung, Investitionsbedarf und Working Capital. Das liefert nicht nur eine Bewertung, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für Ihren Mandanten. Sie können aufzeigen, welche Hebel den Wert tatsächlich beeinflussen – und genau das ist die Art von Beratung, mit der Sie sich abheben.
4. Szenarien machen die Bewertung greifbar
Da die DCF-Methode auf Annahmen basiert, können Sie problemlos verschiedene Szenarien durchrechnen. Wie verändert sich der Wert bei einem optimistischen Wachstumsszenario oder bei enttäuschenden Margen? Für Unternehmer, die eine Investition erwägen oder über eine Nachfolge nachdenken, sind solche Erkenntnisse oft wertvoller als eine einzelne Zahl.
5. Fundiertere Argumentation gegenüber Käufern und Geldgebern
Banken, Investoren und Käufer stellen kritische Fragen. Eine Bewertung, die lediglich auf einem Branchenmultiplikator basiert, ist dann schnell angreifbar. Eine DCF-Analyse, die auf fundierten Annahmen zu Umsatz, Kosten und Risiko aufbaut, bietet eine solidere Ausgangsbasis für Verhandlungen und stärkt die Position Ihres Mandanten.
Bessere und hochwertigere Beratung für den Mandanten
Ein wesentlicher Vorteil der DCF-Methode besteht darin, dass alle Annahmen explizit gemacht werden. Wachstumserwartungen, Margen, Investitionen und Risiken sind im Modell verankert und somit diskutierbar. Dies erhöht die Transparenz der Bewertung und erleichtert es, Annahmen zu prüfen oder anzupassen.
Das bedeutet nicht, dass die Multiplikatormethode überflüssig ist. Tatsächliche Markttransaktionspreise bleiben ein wertvoller Referenzpunkt, um Ihr Ergebnis abzugleichen. Wichtig ist jedoch, dass Sie wissen, bei welcher Unternehmensgröße diese Transaktionen gemessen wurden, da Multiplikatoren für kleinere Unternehmen in der Regel von denen für größere Unternehmen abweichen. Kommen beide Methoden zu einem ähnlichen Ergebnis, ist die Bewertung umso solider. Gibt es eine erhebliche Differenz, ist dies oft ein Anlass, die Annahmen hinter Ihrer DCF-Berechnung noch einmal genau zu prüfen.
Für Sie als Steuerberater ist dies eine hervorragende Gelegenheit, Ihre Beratungsrolle zu stärken. Sie kennen die Zahlen und Aussichten Ihres Mandanten wie kein anderer. Eine DCF-Analyse liefert nicht nur eine fundiertere Bewertung, sondern bildet auch einen ausgezeichneten Ausgangspunkt für ein strategisches Gespräch über Wertschöpfung.
Möchten Sie wissen, wie Sie diesen Prozess mit Software unterstützen können? Testen Sie die Unternehmensbewertungssoftware von ValuePartner.